Samstag, September 30, 2017

Star Trek is back - Star Trke Discovery on Netflix

Seit dem 25. September strahlt Netflix das Update der  traditionellen Science Fiction-Serie, die im Jahre 1966 mit Captain James T. Kirk in Serie ging. Gefolgt von Star Trek The Next Generation, Deep Space Nine und Star Trek Voyager sowie die Serie "Enterprise.
Nun also eine Neuauflage Star Trek Discovery. Aber "wieviel Heute verträgt ein Sci-Fi-Klassiker!" betitelte Matthias Hannemann seinen Artikel in der FAZ vom 29. Sept. 2017. Und er schließt: "Was die neue „Star Strek“-Serie taugt und wie weit der edle Sternenflotten-Optimismus in konfliktträchtigen Zeite)n trägt, wissen wir erst in einigen Wochen. Klingonische Untertitel sind selbstredend verfügbar." (ebd. Hanneman) Lassen wir uns von den unendlichen Weiten des Star Trek Universums überraschen.

Dienstag, September 19, 2017

News Reviews Science & Technology - Robotik

News Reviews - Science & Technology - Robotik

Eine Sammlung aktueller und interessanter Artikel, Kommentar und sonstigen Veröffentlichungen zu Politik und Gesellschaft.  Die jeweils aktuellsten Posts stehen an oberster Stelle.

Im Jahre 2002 veröffentliche der amerikanische Robotikforscher Rodney Brooks sein Buch Menschmachinen. In diesem Buch plädiert er für eine Verschmelzung von Mensch und Maschine, wie es das Science Fiction Genre immer wieder prophezeite. Der bekannteste und "menschlichste" Android ist sicherlich Data aus der Serie Star Trek - Das nächste Jahrhundert. Erwähnt sei nur Isaac Asimov's Robotergeschichten I, Robot oder auch die Geschichten Phillip K.Dicks wie Minority Report, verfilmt mit Tom Crusie. In zahlreichen Holloywood-Filmen werden die künstlichen Wesen eher als Bedrohung empfunden, wie z.B in den Terminatorfilmen. Es wir fieberhaft an der Verschmelzung von Mensch und Maschine gearbeitet. K.I und Robotik träumen schon seit langem von einem neuen Menschen.  Hier eine Reihe von Veröffentlichungen zu diesem Thema, vor allem auch unter dem Gesichtspunkt der Veränderungen am Arbeitsplatz.
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9. März 2017: Die Pi-mal-Daumen-Studie, von Max Rauner, 
Angeblich sei jeder zweite Arbeitsplatzt durch Digitalisierung bedroht, so laut einer großen Studie aus Oxhord. (27 - Printausgabe). Das lasse sich jedoch steuern: Er schreibt: "Die Frabrik braucht also nicht weniger, snern besser qualifizierte Arbeiter, die trotz automatisierter Abläufe noch durchblicken. (27)
   
2. März 2017: Lieber Rechte als Verbote, von Algorithm Watch
Antwort auf von Algorithm Watch auf den Artikel von Steven Hill (s.u:). Es wird für eine neue Gesellschaftspolitk plädiert.  Zitat: "Es wird gefragt, wie darauf politsch zu reagieren ist.  "You're fired" (ZEIT Nr. 08/17) schreibt Steven Hill, der Vormarsch neuer digitaler Technologien, kombiniert mit Internet-basierten Crowdsourcing-Plattformen, lege den Schluss nah, dass zum ersten Mal in der jüngeren Geschichte die "kreative Zerstörung" durch Technologie und Innovation eher destruktiv sein werde. Was, fragt Hill, wenn "smarte" Maschinen und Roboter jeden Job ausüben könnten und kein Mensch je wieder einer Erwerbsarbeit nachgehen müsste? [...] Ein Verbot darf in einer freiheitlichen Gesellschaft immer nur die Ultima Ratio sein. Das Ziel eines Verständigungsprozesses über den Einsatz von Technologien sollte darin bestehen, zu entscheiden, wie viel Freiheit wir durch automatisierte Prozesse hinzugewinnen wollen und welchen Preis wir dafür zu zahlen bereit sind. Dann werden wir in der Lage sein, die Gefahren technischer Entwicklungen zu erkennen und einzudämmen, zugleich aber von ihrem Nutzen zu profitieren." 


20. Februar 2017: Keine Angst vor Roboter-Reportern, von
Künstliche Intelligenz und Digitalisierung verändern zunehmend auch die Bewusstseinsindustrie. Das ist eine Chance für den Journalismus – und die Demokratie.

14. Februar 2017: "You're fired!", von Stefen Hill
Es gibt digitale Technologien, die man einfach verbieten muss.

5. Januar 2017: Als die Maschinen träumen lernten, von Ulrich Schnabel
Ein Märchen aus der Zukunft: Um sich weiter zu optimieren, lagert der Mensch seine Ineffizienz aus. Nun fangen die Roboter an, herumzutrödeln, zu fantasieren und Muße zu haben. Ist das nur ein Gedankenspiel? 

29. Dezember 2016: Wirtschaft Special über Roboter in der Arbeitswelt, in: DIE ZEIT Nr. 1 2017 mit dem Titel "Mein Feind und Helfer. 
  • Frei laufende Machine, von Heike BucherBaxter ist eine eindrucksvolle Erscheinung: fast zwei Meter groß, seine Arme dick wie Oberschenkel. Dennoch nimmt er das schwarze Plastikteil ganz behutsam vom Laufband und legt es in eine Transportbox. Dann noch eines und noch eines, bis eine komplette Lage gepackt ist. Bevor er mit der nächsten Lage beginnt, legt er vorsichtig etwas Karton darüber. Ist die Box voll, schickt er sie per Laufband zu einem Kollegen. Und obwohl er stundenlang und ohne Pause immer nur die gleichen Handgriffe erledigt, ist Baxter keine Langeweile anzumerken. Das liegt daran, dass Baxter ein Roboter ist [Mehr.....]
  • Kopfgeburt, von Gero von RandowRoboter überall.[...]Was ist los mit ihnen? Was wissen wir wirklich über sie? Eine Menge, sollte man meinen, schließlich haben Menschen sie konstruiert. Um dieses Wissen kümmert sich die Robotik: die Gesamtheit der Disziplinen, die zum Bau von Robotern nötig sind. Ein etablierter Forschungszweig, mitsamt internationalen Konferenzen und Fachzeitschriften, Lehrbüchern, Studiengängen sowie von der Industrie bezahlten Lehrstühlen. 
Juli 2016: Ulrich Eberl, Aufbruch in die Ära der Roboter, in: Bild der Wissenschaft, 07, 2016, 82ff. Eine Artikelserie über die Zukunft der Roboter, die immer intelligenter zu werden scheinen. Die Entwicklung wird vom Autor beleuchtet, besonders das Thema Computer lernen denken, S. 90ff). Durch die Weiterentwicklung in den bereichen Hören, Lesen und Sprechen würden Machinen bereits in Anwaltskanzleien, Praxen, Banen und Versicherungen einziehen.
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Montag, Juli 24, 2017

EG 2/1 The Travelling Classroom - Study Trip to Amsterdam

This academic year the EG 2/1 class of the Justus-von-Liebig-School in Goeppingen (a Sixth Form College of Nutritional sciences)decided to visit The Netherland's official capital. And I was lucky to being chosen to accompony the class as their leader. Once being a great nation of explorers with a vast empire all around the world Amsterdam is still famous for its liberal attitude and free lifestyle. It is also th city of Anne Frank, the 15 year old girl who did in the Nazi concentration camp of Bergen-Belsen, after being arrested and deported having live more than two hiding in hiding. Her story became know all over the world beause of the diary she wrote during those terrible years. So visiting the Anne-Frank-Museum was a MUST for us. Here is a little video documenty of our trip. Thanks again to my whole class for an exciting and adventurus trip to a city, which has been on my list for ages. I was there in April merely to prepare this trip. Thanks to my fellow teacher M. Holthöfer for her support and to all my students for a great time in Amsterdam. It was really cool.

Freitag, Juni 16, 2017

Where To Invade Next: Michael Moore is back

The famous American filmaker on his new One Man Invasion Force

Who does not know Bowling for Columbine or Fahrenheit 9/11. Now Michael Moore is back with his Satire on American Foreigne Policy, which, as he stated, has more wars started than actually ended. So he sets out to invade all on  his own other countries checking out what he can "steal" from them. "Framed as a wry travelogue, the film satirizes U.S. foreign policy with visits to several countries, including France, Finland, and Italy, examining how they deal with economic and social ills experienced Stateside. In other words, instead of waging wars over resources like oil, why not wage them over decent health care and so on."[Deadline Hollywood, Dec 2015]

So learns from the Italians that employees enjoy about 8 weeks paid holidays, or from the Portugese, that Labor Day is a Bank Holiday in Europe, the police does not arrest anybody having and/or using drugs, and that it is wrong and against human dignity to support capital punishment. Slovenia amazes him that the state offers free university education, or that the Finish Education System does entirely without homework, while the French offers their children the best meals for school lunches.


Although it is a bit funny that employees of  small businesses of all things - he visits the company Faber-Castell, which produces pencils (sic!)  - have only one job, he does seem to be surprised about how we're dealing with our past, an aspect which reminded me of Adorno foremost principle of education, "Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allersterste Erziehung." [Th. Adorno, Erziehung nach Auschwitz).

At the end visiting the remnants of the Berlin Wall he remembers that most of the ideas he wanted to bring back to America were orginally American ideas. Unfortunately the country seem to have forgotten its own ideals. And the highlight a CEO from Iceland says why she does not want to live in the US.

Sonntag, April 30, 2017

Grüss Göttin - oder warum Gott meist nur männlich dargestellt wird


 Mit diesem Bild wirbt das jüdische Museum Hohenems für die aktuelle Ausstellung "Die Weibliche Seite Gottes" vom 30. April bis 8 Oktober 2017. Die Ausstellung möchte der zentralen Frage nachgehen, ob Gott nach der Tradition der drei abrahamitischen Tradition nach auch andes als mänlich verstanden werden.  Die Ausstellung  werfe "....einen kritischen Blick zurück auf die Quellen aus der sich die Idee des „einen Gottes“ speiste, und auf traditionelle Bilder des Weiblichen in der religiösen Tradition. Sie entdeckt verborgene und verdrängte Überlieferungen alternativer Vorstellungen des Göttlichen. Die Möglichkeit einer – mal mehr mal weniger – sexuell weiblich definierten Dimension Gottes blitzt in der hebräischen Bibel, in außerkanonischen Schriften und in der rabbinischen Literatur auf." (ebd.. Zum Ausstellungsprogramm). Ausgangspunkt der Ausstellung sei  die Schöpfungserzählung in Gen 1,17 in der berichtet wird, dass Gott den Menschen als sein Abbild und als Mann und Frau geschaffen habe, so Joachim Riedel in seinem Artikel in Christ & Welt Nr 17, 20 20 April 2017, 3.Wenn aber Gott Mann und Frau und damit als sein "Ebenbild" geschaffen hat, wenn Mann und Frau "gemeinsam den Menschen abgeben, kann auch das Göttliche nur aus einer polaren Einheit von Männlichem und Weiblichem bestehen." schrieb Chgrista Mulack bereits 1998.( Mulack, 1989, 9)

Laut Gen 2 sei der Mann, Adam, jedoch vor der Frau, Eva erschaffen worden, schreibt Riedel weiter. Eva hätte sich jedoch geweigert sich um unterzuordnen. "Im Rahmen dieser paradiesischen Beziehungskiste habe Eva prima den denkbar schlimmsten Frevel begangen: Sie habe den Gottesnamen ausgesprochen und damit das ultimative Verbot gebrochen." (Ebd.) Das habe dann dazu geführt, dass Eva dämonisiert und so aus den Paradiesgarten geflogen sei. Manchen Kommentatoren sahen sie als Verkörperung einer sumerischen Gottheit namens Lilith. (Vgl. ebd.)

Allerdings wird dabei verkannt, dass es sich bei diesem Mythos um ein Geschichte handelt, die erklären will, was der Mensch sei, nämlich angewiesen auf ein Gegenüber, dass ihm entspreche, im Gegensatz zu den Tieren, die die Bibel als "stumm" bezeichnet. Damit sei ursprünglich keinesfallls die Unterordnung der Frau unter den Mann gemeinst gewesen. Darüberhinaus meinen einige feministischen Theologinnen, etwas Christa Mulack in ihrem Buch "Die Weiblichkeit Gottes" (1998) oder Dies.: Im Anfang war die Weiheit, 2004), die Sündenfallgeschichte dahin zu interpretieren, dass Eva in der Tat die letzte Vertreterin einer weiblichen Priesterschaft sei, die sich dem  Dienst an der Göttin verpflichtet fühlte. Schließlich sei sie es, die sich theologisch mit dem Schöpfer um den Verzehr der verbotenen Frucht auseinandersetzt, während sich Adam als Mann eher passiv verhalte.  Insofern enthalte die Schöpfungsgeschichte Restspuren einer matriarachal geprägten Göttinnenreligion.

Unbestritten scheint es jdoch zu sein, dass Israel bis in die Zeit der Reform des Königs Joschija Aschera als weibliche Gottheit im Tempel verehrt hat. Sie ist nach Aschera die zweite weibliche Partnerin Jahwes (vgl. Otthmar Keel, 2008, 15. Vermutlich wurde sie noch als Baumgöttin im Tempel Salomons verehrt, bevor die Weisheit sie ersetzte (vgl. ebd. 15; 36). Sie ist das Prinzip der Schöpfung (vgl. Othmar Keel, 2008, 16) Für die feministische Theologin Elizabeth A. Johnson ist es der GEIST=SIE, wie sie das weibliche Prinzip Gottes nennt, welcher aus Wüste einen Garten macht (vgl. Jes 32, 15; vgl. Johnson, 1994, 188). Sie schreibt: "Der GEIST=SIE ist mehr als das klischeehafte, partriarchale Weibliche; sie ist .....ein Verstandeswesen, unendlich hinsichtlich der Krfat, unbemessen hinsichtlich Größe, mit Zeiten und Ewigkeiten nicht zu messen, mit seinern Gütern freigiebig (Basilea von Caesarea). Wenn mit Geist-Sophia vor Augen der Frauen als imago Dei gesehen werden, kommt Möglichkeit für die Integrität von Frauen jenseits der Dichotomisierung ins Blickfeld. (ebd. 207). Elizabeth Johnson sieht diesen GEIST=SIE im besonderem Maß wirken in Jesus Christus und bezeichnet ihn als Jesus-Sophia (vgl. ebd Kap. 8, S. 209ff;)

Das Diözesanmuseum in Rottenburg behandelte bereits im Jahre 2008 in der Ausstellung mit dem Titel "Gott weiblich" dass die ausschließlich männliche Gestalt des Göttlichen von den biblischen Schriften her betrachtet nicht gerechtfertigt ist." (Othmar Keel, 2008, 9) In Jahwe versteckten sich zahlreiche weibliche Aspekte (vgl. ebd. 13). Siehe hierzu auch:"Wie eine Mutter ihren Sohn tröstet, so tröste ich Euch." (Jes 66, 13) Über die weiblich-mütterliche Seite Gottes

Zum letzten Mal: Terror in der Oper - Richard Strauss' Salomé in Stuttgart April 2017

Terror in der Oper - Richard Strauss' Salomé in Stuttgart

 So betitelte ihre Premierenkritik in den Stuttgarter Nachrichten vom  Salomé eigentlich wisse, was sie tue, wenn sie den Kopf des Propheten Johannes des Täufers fordert. Am Freitag, den 28 April 2017 wurde die Oper nun zum letzten aufgeführt. Ein beeindruckendes Erlebnis, und zugleich meine erste Strauss-Oper.

Richard Strauss‘ Oper Salomé basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Oscar Wilde aus dem Jahre 1882. Im Gegensatz zur biblischen Vorlage (vgl. Mt 14,3-11 , Mk 6,17-28) – Herodes lässt Johannes der Täufer köpfen, weil seine Stieftochter Salomé, angestachelt durch ihre Mutter Herodias, für einen Tanz ihm abringt, ihr jeden Wunsch zu erfüllen -  steht im Zentrum von Wildes Adaption des Stoffes die Rache einer unglücklichen Verliebten, die vom Propheten zurückgewiesen wird, in den sie sich verliebt hat. Es ist ein Tod aus Liebe. (Zu den Hintergründen und Vorlagen zu Wildes Stück, etwa die Erzählung „Herodias 18177“ von Gustave Flaubert, siehe: Wilde and the legend of Salomé in the Nineteenth Century. Siehe auch: Oscar Wilde and the French Decadents, 2014)

Salomé: „Jochanaan! Ich bin verliebt in deinen Leib, Jochanaan! Dein Leib ist weiß wie die Lilien auf einem Felde, von der Sichel nie berührt. Dein Leib ist weiß wie der Schnee auf den Bergen Judäas. Die Rosen im Garten von Arabiens Königin sind nicht so weiß wie dein Leib, nicht die Rosen im Garten der Königin, nicht die Füße der Dämmerung auf den Blättern, nicht die Brüste des Mondes auf dem Meere, nichts in der Welt ist so weiß wie dein Leib. Laß mich ihn berühren, deinen Leib!“ Aber Jochanaan entgegnet: „Zurück, Tochter Sodoms! Berühre mich nicht! Entweihe nicht den Tempel des Herrn, meines Gottes!“  (Wilde, Salomé)  Als die Soldaten Salomé den Kopf des Jochanaan bringen, sagt sie: „Ah! Du wolltest mich nicht deinen Mund küssen lassen, Jochanaan! Wohl, ich werde ihn jetzt küssen! Ich will mit meinen Zähnen hineinbeißen, wie man in eine reife Frucht beißen mag. Ja, ich will ihn jetzt küssen, deinen Mund, Jochanaan. Ich hab' es gesagt. Hab' ich's nicht gesagt? Ja, ich hab' es gesagt. Ah! Ah! Ich will ihn jetzt küssen... Aber warum siehst du mich nicht an, Jochanaan?“ Dazu schreibt Hans-Jürgen Benedict: „Eine abstoßende und zugleich berührende Szene. Eine junge Frau im Dialog mit einem Toten, für dessen Tod sie verantwortlich ist. Und den sie aus Liebe hat töten lassen.“

Richard Strauss kam durch eine Bitte des Wiener Dichters Anton Lindner mit dem Stück in Berührung. Er solle aus dem Drama ein Libretto formen. Nach Fertigstellung von Libretto und Partitur wurde die Oper Salomé  am 9. Dezember in Dresden uraufgeführt. (Vgl. Salomé_Oper). Durchkomponiert und auf Leitmotiven beruhend gelang es Strauss mit seiner Musik „…Wagners Sehnsucht nach Schönklang einerseits, von dessen romantischer Weltsicht andererseits“ zu überwinden. (ebd.) Die auftretenden Figuren seien laut Strauss selbst „lauter perverse Leute, und, nach meinem Geschmack, der perverseste der ganzen Gesellschaft ist – der Jochanaan.“ Oder sie sind – wie der Narraboth als Ausnahme – hoffnungslos naiv. Im Laufe des 95-minütigen Einakters sterben drei – Narraboth durch Suizid auf offener Bühne, Jochanaan und Salome durch illegitime Todesurteile. Die Musik dazu ist entsprechend wild: „Das Ausmaß an Dissonanzen, an Orchestervolumen, an schierer musikalischer Kakophonie wie in der Salome hatte es bislang noch nicht gegeben.“ (ebd.).  

Die Inszenierung von  Kirill Serebrennikov am Opernhaus in Stuttgart - Premiere war November 2017 – überträgt dies in die heutige Zeit auf dem Hintergrund von Terror und Islamismus. Er erzählt die Version die Geschichte einer kaputten Familie in einer kaputten Welt. "Er tut dies ohne zu werten und ohne ideologische Schwarz-Weiß-Malerei. In sein hochmusikalisches Gesamtkunstwerk sind dabei auch Zitate von Terroristen-Videos verwoben…. Als sein zentrales Anliegen bezeichnet der Regisseur, in der Möglichkeit der Liebe einen Ausweg zu weisen aus dem Teufelskreis der Gewalt, in dem unsere heutige Welt gefangen ist.", so lautet die Ankündigung der Inszenierung von Kirill Serebrennikov.

Kirill Serebrennikovs Salomé  "ein keine verführerische, laszive Schönheit, sondern ein trotziger, trampeliger Teenager in Dr.-Martens-Stiefeln und schwarzem Kapuzenpulli: verloren, verwirrt, allein gelassen.", schreibt Verena Grosskreutz. 

Desweiteren doppelt der Regisseur die Figur des Jochanaan. Ian Patterson singt die Gesangspartien, während der geschundene und oft misshandelte Körper des Propheten von einem jungen Araber dargestellt wird, dessen Leid und Schicksal auch an die unsäglichen Misshandhandlungen und Folterungenvon muslimischen Gefangenen im Gefägnis Abu Ghraib erinnern. 

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Sonntag, April 02, 2017

Abi Light oder die Zukuft des Abiturs

Abi Light - oder die Zukuft des Abiturs

 Eigentlich hatte ich es schon immer geahnt. Die Qualität des Abiturs nimmt immer mehr ab. Andererseits gibt es aber immer mehr Schüler*innen, die Abitur machen wollen. Gleichzeitig werden die Noten aber auch immer besser. Sind die heutigen Abiturienten besser, sprich intelligenter oder ist das Niveau der allgemeinen Hochschulreife gesunken?
Dieser Frage geht Anant Agarwala in dem Artikel Abi für Alle! in DIE ZEIT (Printausgabe vom 30. März 2017, 13) nach. Ausgangpunkt war das katastrophale Abschneiden in der ersten Pisa-Studie von 2001. Deutschland brauche mehr Hochschulabgänger (S. 13). Ziel sei, dass ca 40% eines Jahrgangsgangs die Hochschulreife absolviere. So wurde auch der Zugang zum Abitur und die Lehrpläne gändert (14). Zusätzlich setzte man auf einen kompetenzorientierten Unterricht, was dann auch zu besserem Abschneiden ist in späteren Tests führte. 
Allerdings sei das Gymnasium zur einer Art "Hauptschule" werde, die die Angst vieler Eltern vor dem Abstieg zu kompensieren scheint. (14). Der emeritierte Bildungsforscher Heinz-Elmar Tenorth von der Humbold-Universität ist sich sicher, dass die Politik die Entwicklung zu mehr Abiturienten gefördert habe, was bedeutet,  dass "die Anforderungen ....auch geringerer geworden seien. (14). Allerdings müsse man auch beachten, dass mehr Abiturienten nicht gleichzeitig auch zu mehr Wohlstand führe (15). Die negative Seite sei zudem, dass immer mehr Facharbeiter und Handwerker fehlten.

Sonntag, März 19, 2017

Two English Literary Gentlemen: On Ian McEwan and Julian Barnes

 Two English Literary Gentlemen: On Ian McEwan and Julian Barnes

Julian Barnes and Ian McEwan are both one of the most popular English writers today. THE ZEIT published an interview with both writers, which made me become more interested in Barnes's work. Peter Kümmel wrote, "Ian McEwan und Julian Barnes gehören zu den bedeutendsten Erzählern der Gegenwart. Nie zuvor haben die beiden Engländer ein gemeinsames Interview gegeben. Ein Werkstattgespräch unter Schriftstellern, aber auch der Dialog zweier Männer über die Frage: Wie lebt man richtig? [Freunde und Spione, in:  Die ZEIT vom 17. Oktober 2016 DIE ZEIT Nr. 41/2016, 29. September 2016.  [See also http://ianmcewan.com/ and http://www.julianbarnes.com/ ]

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Back in 1980 I had the chance to attend a reading by Ian McEwan from some his two collections of short stories from hist books In Between the Sheets (1978) and First Love, Rast Rites (1979) at the University of Exeter, where I studied English Literature. I saw him again in 1999 at the Literary Festival in Cheltenham. He read from his book Atonement, which was not published back then. In 2007 the  film version was released. [see ImDb)  Since then I have bought almost all of his books.

 
His most recent book  In a Nutshell came out in September 2016.
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Books by Julian Barnes have stood on my book shelves for years. Yet since the German weekly

His latest book, published in 2016 about the Russian Composer Dmitri Shostakovich. Interestingly enough I also attended a symphony concert in Exeter performing Shostakovich's 5th Symphony.
The novels narrates the life and difficulties of the composer, especially after 1936, when he saw Stalin attending the performance of his opera "Lady Macbeth of Mensk". Shortly after that Communist Paper Prawda published an article characterizing the opera as muddle instead of  music.(see review Starker Roman über Schostakwotisch by Jürgen Kanold].  

"Julian Barnes erzählt in seinem neuen Roman mit einer Fülle funkelnder Details das Leben Schostakowitschs, der seit diesem 28. Januar zu feige war, gegen die Macht zu opponieren. Das Buch dient dem Zweck, genau diesen Satz, für den die äußeren Tatsachen sprechen, zu widerlegen. Was ist Feigheit? Wer kann sich erlauben, darüber zu urteilen?", schreibt Michael Maar in seiner Rezension (M.Maar,  Bloß die Musik fehlt, in Die Zeit v. 16. Februar 2017, 49.) And he finishes, that it  be too easy to judge artists, ".... die sich mit der Macht arrangieren müssen. Dass der Vorwurf der Feigheit zu gedankenlos verwendet wird. Dass niemand sich vorstellen kann, wie der Terror die Seele zersetzt. Dass am Ende nur die Kunst, das Flüstern der Geschichte, durch den Lärm der Zeit zu hören ist.". So here you can listen to some of his music on youtube.


News Reviews - Literature

News Reviews - Literature - Book Tips

A list of current books worhwhile reading. 

Imbolo  Mbue, BEHOLD THE DREAMERS,  2017
Press reviews: 'There are no heroes in this marvellous debut, only nuanced human beings. A classic tale with a surprise ending, as deeply insightful as it is delightfully entertaining' Taiye Selasi 'Imbolo Mbue would be a formidable storyteller anywhere, in any language. It's our good luck that she and her stories are American' Jonathan Franzen 'Eerily timely ... bittersweet and buoyant' Jessie Burton, Observer Books of the Year 'As a dissection of the American Dream, Imbolo Mbue's first novel is savage and compassionate in all the right places' New York Times 'There's an innovative focus to this warm-hearted and timely debut. Cleverly created by fielding more than once class of New York dreamer' The Sunday Times 'Mbue crafts a satire of unusual subtlety.' Observer The cultural and racial observations are fresh, interesting and never laboured' Irish Times 'There are a lot of spinning plates and Mbue balances them skilfully, keeping everything in motion. Even more impressive is the vitality that gleams through the film of gloom as the story becomes less about the Jonga family from day to day than about their efforts to make peace with their fate, whatever and wherever that might be' Scotland on Sunday 'A debut novel that illuminates the immigrant experience in America with the tender-hearted wisdom so lacking in our political discourse ... Mbue is a bright and captivating storyteller' Washington Post 'Mbue writes with great confidence and warmth ... A capacious, big-hearted novel' New York Times Book Review


 

News Reviews - Bildung und Schule

News Reviews - Bildung und Schule

Eine Liste aktueller Artikel und Links zum Thema Schule und Bildung.

2. März 2017: Einsen für alle, in:  DIE ZEIT Nr. 10, 2017, 67

Die Bildungsexperten Peter Klein und Petra Spanat diskutierten über Bildung kontra Wissen und dem damit verbundenen Kompetenzbegriff. Klein kritisiert u.a. den Kompetenzbegriff, weil Fakten nicht mehr wichtig seien, "....Schüler sollen das Lernen lernen, Lehrer sind nur noch Coaches." . Petra Stanat führt als Gegenbeispiel den Englischunterricht an, der sich sehr veändert habe. "Heute legen Lehrkräfte mehr Wert darauf, dass Schüler sich in der Fremdsprache tatsächlich ausdrücken können. Denn was nützt es, wenn sie zwar die Formen des past perfect beherrschen, sich aber nicht unterhalten können." Klein bezweifelt jedoch, dass das auf die Kompetenzorientierung zurückzuführen sei. Ich erinnere mich an einen Vortrag des Schulpädagogen Peter Fauser aus Jena, der dem Kompetenzgbegriff ebenfalls sehr kritisch gegenübersteht.
Siehe dazu auch einen Kommentar von Harald Lesch.
 

News Reviews - Theologie, Religion und Kirche.

News Reviews - Theologie, Religion und Kirche

9. März 2017: "Ich bin Sünder und fehlbar, von Giovanni die Lorenzo - Zeit Nr 11/2017

Zum ersten Mal gibt Papst Franziskus einem deutschen Journalisten eine Interview. In diesem Gespräch geht u. a. auch darum was Glaube bedeutet. Sehr lesenswert.